Linkin Park: Unshatter

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Eine Legende kehrt zurück. Linkin Park überraschte 2024 mit einem krachenden Comeback.
 
Jetzt bekommen wir einen exklusiven Einblick hinter die Kulissen…
 
Ein Neustart
 
Nach dem Tot vom Sänger Chester Bennington im Jahr 2017 verfiel die Band Link Park in eine große Pause der Trauer. Der Verlust riss ein Loch in die Leben und Karrieren der gesamten Band. Doch 2024 kamen sie aus dem Nichts mit einem großen Kracher zurück: der neuen Sängerin Emily Armstrong. Mit ihr folgte das neue Album „From Zero“. Der Neustart stellte eine Nervenprobe für die Band und dessen Fans dar. Doch der Erfolg war auf ihrer Seite und eine große Tournee folgte. Nun bekommen die Fans endlich einen Einblick hinter die Kulissen einer der bekanntesten Rockbands der Welt.
 
Der wichtigen Fragen
 
Der Film ist quasi das lange Äquivalent zu den Video-Tagebüchern, die die Band selbst auf YouTube veröffentlicht. Es werden zwischenmenschliche Momente gezeigt, Songs im Studio entwickelt und die Promo-Phase begleitet. Wie kam es zu der Entscheidung Emily in die Band aufzunehmen, warum wurde unter dem Namen Linkin Park weitergemacht und wie war die Zeit nach Chesters Tod? All diese Fragen, werden aufgegriffen und damit ein wichtiger Punkt in der Geschichte der Band dokumentiert.
 
Spürbare Distanz
 
Obwohl die angesprochenen Themen emotional und intensiv sind, schafft es der Film nicht, diese Emotionen zu übertragen. Es wird trotz der intimen Situationen eine Distanz zum Publikum aufrechterhalten. Die Mitglieder der Band sind zwar sympathisch, aber trotzdem fühlt die Stimmung sich zäh und uninspiriert an. Das liegt vor allem daran, dass die Hälfte des Filmes in dunklen Räumen, wie dem Aufnahmestudio, spielt.
 
Menschen ganz nah auf kleinem Raum kennenzulernen, kann spannend sein und Intimität aufbauen, aber das funktioniert hier nur begrenzt. Die Unterhaltungen und Interviews geben kaum interessante Einblicke und die Inhalte wiederholen sich. Es fehlt an actionreichen Gegenparts, die die Ruhe in einen Kontext stellen und dadurch betonen. Stattdessen wird das Zuschauen stellenweise langweilig. Ein paar Orts- und Stimmungswechsel hätten nicht geschadet.
 
Um mal die Perspektive zu wechseln: Als Fan ist diese Langeweile vermutlich nicht wahrnehmbar, denn man will davon hören, wie talentiert und herausragend die Band ist und wie sie sich gefühlt haben in wichtigen Momenten…und das liefert der Film auch. Als Nicht-Fan fühlt es sich oft jedoch eher wie Selbstbeweihräucherung an und wie eine ständige Wiederholung ähnlicher Aussagen. Echte und rohe Momente aus dem Alltag der Band sehen wir zu selten.
 
Der Star der Show
 
Erst als Emily Armstrong dazu kommt, verändert sich die Energie des Filmes, denn sie ist eine echte Entertainerin. Das sorgt dafür, dass Spaß und Leichtigkeit in den Film einfließen und wir doch endlich eine Bindung zu den Band Mitgliedern aufbauen können, wenn auch spät. Ihr Charakter verändert die komplette Chemie der Gruppe und weckt auf einmal eine ganz neue Seite. Zudem bringt sie einen gewisses Mysterium und eine Unberechenbarkeit in den Mix, der von Anfang an gefehlt hatte.
 
Spielt denselben Song nochmal
 
Die Hälfte des Filmes wird mit Konzertausschnitten gefüllt. Diese bringen vor allem am Anfang einen kurzen frischen Wind herein, doch dieser Effekt nutzt sich schnell ab. Von einem Rockkonzert erwartet man viel Energie und eine elektrische Atmosphäre. Diese war vor Ort vermutlich auch gegeben, aber die Aufnahmen können diese nicht widerspiegeln. Die Bilder wurden nicht sonderlich aufwendig gefilmt, und der Song „heavy is the crown“ wird insgesamt etwas zu oft gespielt. Es kommt kein emotionales Konzert Gefühl auf, obwohl die-Tonmischung der Konzerte super laut ist und eigentlich für Immersion sorgen sollte.
 
Doch auch hier wieder der Hinweis: Auf Fans der Band, die selbst auf dem Konzert waren, wird der Film eine ganz andere Wirkung haben. Das Gefühl von Nostalgie kann den Film extrem aufwerten, doch diese Emotion ist eben nur den echten Fans vorbehalten. Aber natürlich ist der Linkin Park Film auch vor allem an dessen Fans gerichtet und nicht an die Allgemeinbevölkerung. Es wäre jedoch kein Ding der Unmöglichkeit gewesen, auch Menschen außerhalb der Bubble in den Bann zu ziehen, denn die Grundlagen wären definitiv vorhanden gewesen.
 
Einseitige Selbstreflexion
 
Neben der Selbstbeweihräucherung fehlt ein Moment der Selbstkritik. Denn ein nahbarer Eindruck der Band kann nur entstehen, wenn wir neben dem Erfolg auch die harten Zeiten miterleben. Seit Emily Armstrongs ersten Auftritt ist die Gerüchteküche von Fans und Kritikern am Kochen, doch darauf wir damit keinem Worte eingegangen. Ihre Verbindung zu Scientology und die Unterstützung eines verurteilten Vergewaltigers sind keine Kleinigkeiten.
 
Die Fan Base diskutiert dazu rege auf Plattformen wie Reddit. Dort wird vermutet, dass sich Armstrong nicht gegen Scientology äußern kann, auf Grund von Sorge um die eigene Sicherheit. Trotzdem bleibt ein flaues Gefühl zurück. Es wird ganz deutlich, dass das Publikum nicht wirklich authentisch einbezogen wird, sondern nur oberflächig auf die Band schauen darf.
 
 
Fazit
 
Linkin Park: Unshattered zeigt, was der Name verspricht. Die Band ist wieder in voller Größe zurück und hat sich nicht brechen lassen. Doch was der Film nicht zeigt, ist ein wirklich intimer Einblick, den sich die Fans wahrscheinlich gewünscht hätten. Stattdessen gibt es viele eintönige Gespräche und uninspirierte Konzertausschnitte. Als Beitrag auf dem YouTube Kanal wäre dieser Film super aufgehoben gewesen, aber der Kinobesuch lohnt sich nur für die wirklich loyalen Fans und das ist auch in Ordnung.
 
 
Linkin Park: Unshatter ist am 30. September 2026 exklusiv in den Kinos der DACH - Region zu sehen. 
 
Tickets sind hier erhältlich: https://unshattermovie.com.
 
 
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Weitere Informationen

  • Autor/in: Melanie Fibich
  • Regisseur: Joe Hahn
  • Drehbuch: Joe Hahn
  • Besetzung: Linkin Park